Die Rokoko-Schnürbrust Teil 2

oesen_fertig Was habe ich mich wie Bolle gefreut, als endlich die 56 Schnürösen-Löcher fertig umnäht waren. Meine Fingerkuppen waren vom Nähen zwar reichlich lädiert, dessen ungeachtet ging es aber mit ungebrochenem Elan an die Anprobe. Und was war: Die Schnürbrust war zu ENG!

Das war niederschmetternd, zumal beim Anhalten der Basis noch alles in Ordnung schien. Also musste es etwas mit dem Oberstoff und/oder dem Futter zu tun haben. Nachdem ich erstmal meinen Frust ausleben musste und meine Fingerkuppen wieder geheilt waren, machte ich mich an das Auftrennen der Schnürösen. So schnell lasse ich mich nicht entmutigen – das wollte ich jetzt wissen!

Das Trennen hat fast so lange gebraucht, wie das Nähen, da ich die Basis so wenig wie möglich beschädigen wollte. Nachdem alle Teile wieder getrennt vorlagen, stellte sich heraus, dass sowohl das Futter, als auch der Oberstoff schmaler als die gedehnte Basis waren. Was war also passiert?

Ich nehme an, dass die Krümmung des Basisteils durch die Stäbe und durch die Dicke der Stäbe selbst, der Ober- und Futterstoff zu stramm gelegen haben. Sie haben beim Auflegen glatt, aber nicht super stramm angelegen. Offensichtlich hat die Menge aber nicht mehr gereicht, als die Schnürbrust geschnürt, also gedehnt, wurde.

Mein Glück im Unglück war, dass ich noch gerade ausreichend Seide und Futterstoff übrig hatte, um einen zweiten Versuch zu starten.

futter_gespickt Diesmal habe ich exakte Zugaben geschnitten, so dass ich ausmessen konnte, wie weit die Zugaben über die vordere und hintere Mitte überstehen. Nachdem die Seitennähte geschlossen waren, habe ich wieder die Seitennähte der Basis genau auf die Seitennähte des Futters geheftet. Die Zugaben an den Mitten habe ich soweit überstehen lassen, wie zugeschnitten und mit Nadeln gesteckt. Anschließend habe ich das Basisteil über meinen Oberschenkel gelegt, so dass der Futterstoff gut auf der Basis aufgelegen hat. Jetzt passte auch die Weite bis zur Kante. Zwischen den Stäben habe ich den Futterstoff eng auf die Basis gesteckt. Danach sah sie sehr gespickt aus. :-)

futter_geheftet Nach dem Stecken habe ich reichlich in Längsrichtung die Stoffteile geheftet. Es sieht jetzt zwar ein wenig beulig aus, aber darauf falle ich nicht noch mal rein. Das Ganze muss ich jetzt noch mit dem Oberstoff machen, bevor es wieder an die Ösen geht. Vielleicht versuche ich es diesmal mit einem Fingerhut, obwohl ich den sehr behindernd finde. Meine Fingerkuppen werden es mir aber bestimmt danken.

 

Zurück zu Teil 1
Weiter zu Teil 3, Teil 4

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.